Spiritualität im Alltag

Der Prüfstein innerer Erfahrungen ist das tägliche Leben. Auch wenn die Reizverminderung in unserer Zeit ganz besonders wichtig ist, um zu sich kommen zu können und alles, was dazu beiträgt, als Hilfe zu begrüßen ist, so kann ein Schonraum aber nicht das Ziel für ein integriertes und reifes Leben sein. Wenn ich auch ein Mikroskop im Labor nutze, werde ich doch nicht damit durch die Stadt laufen...

Auch die Rückmeldungen unserer Mitmenschen zeigen uns oft unerwartet Seiten, die wir selbst vielleicht nicht sehen wollen. 'Ora et labora' war die Anweisung des heiligen Benedikt von Nursia, also bete und arbeite. Maharishi Mahesh Yogi verwendete gern das Bild des Färbens von Stoffen, die früher immer wieder zum Bleichen der Sonne ausgesetzt wurden, bis sie 'farbecht' waren.

Daher ist es wichtig, ganz gewöhnliche Alltagssituationen in die spirituelle Übung einzubeziehen, um eine durchgängige Achtsamkeit zu entwickeln. Pater Lasalle hat einmal gesagt: "Wenn wir einen besonders begabten Schüler haben, legen wir ihm jedes Hindernis in den Weg, das wir nur auftreiben können." Es sind nur unsere Widerstände und das Hängen an eigensinnigen Gewohnheiten, die das tyrannische Kontroll-Ich bilden. Meister Eckhard sagte einmal:

"Niemals steht ein Unfriede in dir auf, der nicht aus dem Eigensinn

kommt, ob man es nun merke, oder nicht."

Jede Mutter muss sich 'aufgeben' und dienen. Wenn sie dies freiwillig als Übung sehen kann, wird es sie enorm reifen. Überall, wo ich Hingabe leben kann, wird die tiefere Kraft des Bewusstseins entsprechend freier in mir.